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ENSEMBLE SCHIROKKO HAMBURG PRÄSENTIERT:

Oper am Gänsemarkt :reloaded Logo

GALAKONZERT

7. SEPTEMBER 2019 UM 19:30 UHR
ELBPHILHARMONIE HAMBURG
KLEINER SAAL

Tablet und Hände mit der Oper

Die Hamburger Oper am Gänsemarkt war in der Barockzeit das größte unternehmerische Opernhaus Deutschlands, an dem damalige Stars wie Händel, Telemann oder Keiser wirkten und welches einen atemberaubenden Aufstieg und Fall erlebte.

»reloaded«: Mit seinem Galakonzert will das Hamburger Ensemble Schirokko dem ehrwürdigen Opernhaus am Gänsemarkt neues Leben einhauchen und ihm ein neues Zuhause geben. Es erklingen Instrumentalstücke und Arien aus Opern von Händel (»Almira«), Mattheson (»Cleopatra«), Orlandini (»Nerone«), Telemann (»Der geduldige Socrates«) und Keiser (»Orpheus« und »Der lächerliche Prinz Jodelet«), gesungen von internationalen Stars.

Eine der Besonderheiten dabei: Das Bühnenbild gestalten Hamburger Kunstschüler als Videoprojektion hinter dem Orchester – kommentierend, illustrierend und vielleicht auch augenzwinkernd.

MARKT? GÄNSE?

Das Gelände wurde 1373 vom damaligen Rat der Stadt (heute der Senat) für eine Erbpacht von 2½ Mark vom Domkapitel sowie vier Schillinge für den bremischen Erzbischof gepachtet, aber erst nach 1600 bebaut. Mit dem Bau der Hamburger Wallanlagen (1616–1625) wurde hier bei Baubeginn ein Kalkhof zur Lagerung des Segeberger Kalkes eingerichtet; noch heute heißt eine der Seitengassen auf der Nordostseite nach diesem Lagerplatz Kalkhof.

Um 1650 erwarb Andreas Heinike das Grundstück Gänsemarkt 44 und errichtete dort eine Bäckerei, die an dieser Stelle bis heute fortgeführt wird. 1655 erhielt der Platz den Namen forum anserum (lat. anser = Gans), seit 1709 ist die Bezeichnung Gänsemarkt üblich. Marktrechte haben hier jedoch nie bestanden. Vermutlich wurden von hier die Gänse vor das Dammtor getrieben. Eine andere Theorie führt den Namen auf den Besitzer eines anliegenden Grundstückes Ambrosius Gosen zurück (plattdtsch. Gos oder Goos = Gans)

Quelle: Wikipedia

...UND DAS OPERNHAUS?

Die »Gänsemarktoper« hatte als einzige Oper des 17. Jahrhunderts ein extrem gemischtes Repertoire aus neuen deutschen Opern und adaptierten italienischen und französischen Opern, die alle mehr oder weniger an die lokalen Gegebenheiten angepasst worden waren und neben dem hohen repräsentativen Anspruch auch dem manchmal eher derben Geschmack eines Publikums folgten, das sozial tatsächlich weit gestreut war. Denn da die Hamburger Oper ein ausschließlich kommerzielles Unternehmen war, musste darauf geachtet werden, möglichst viele Zuschauer – von Adeligen bis zum Tagelöhner in der Galerie – in das Opernhaus zu locken. Das gelang bis etwa in die Mitte der 1720er Jahre, als das Hamburger Bürgertum begann, immer seltener in die Oper zu gehen, wodurch die Betreiber in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, die sie mit einem Repertoire, das sich mehr an die »niederen Schichten« wandte (etwa indem Hamburgische Schauplätze auf die Bühne gebracht wurden und Aalverkäufer oder Dienstboten in die Opernhandlung integriert wurden), beheben wollten. Die Auslastung des zwei Tausend Personen fassenden Hauses sank jedoch auf durchschnittlich 20%; die letzte Vorstellung 1738 besuchten nur noch acht zahlende Zuschauer.

Quelle: Oper. Geschichte einer Institution (Michael Walter bei J.B. Metzler 2016)

Hamburgs Oper am Gänsemarkt war von 1678 bis 1738 das erste und wichtigste bürgerlich-städtische Theater im deutschen Sprachraum. Die Einweihung des Hauses fand am 2. Januar 1678 statt. Mit zweitausend Plätzen übertraf es alle zeitgenössischen Theaterräume. Danach diente es mobilen Operntruppen wie derjenigen Pietro Mingottis als Bühne. Erst 1765 wurde das inzwischen leer stehende und baufällige Haus abgerissen und an seinem Platz das Deutsche Nationaltheater errichtet, an dem Gotthold Ephraim Lessing 1767 für drei Jahre als Dramaturg wirkte.

Quelle: Wikipedia

KEINE GÄNSE, ABER DAFÜR ZWEI STREITHÄHNE

So beschreibt Johann Mattheson das Geschehen selbst: »Am 5. December 1704, da meine dritte Oper Cleopatra aufgeführt wurde, und Händel beim Claviercembal sass, entstand ein Missverständniss, wie solches bei jungen Leuten, die mit aller Macht und wenigem Bedacht, nach Ehren streben, nichts neues ist. Ich dirigirte, als Componist, und stellte zugleich den Antonius vor, der sich, wohl eine halbe Stunde vor dem Beschlusse des Schauspiels entleibt. Nun war ich bisher gewohnt, nach dieser Action in’s Orchester zu gehen, und das Uebrige selbst zu accompagniren, welches doch unstreitig ein jeder Verfasser besser, als ein anderer, thun kann; es wurde mir aber dieses Mal verweigert. Darüber geriethen wir, durch einige Anhetzer, im Ausgange aus der Oper, auf öffentlichem Markte, bei einer Menge Zuschauer, in einen Zweikampf, welcher für uns Beide sehr unglücklich hätte ablaufen können, wenn es Gottes Führung nicht so gnädig gefügt, dass mir die Klinge, im Stossen auf einen breiten, metallenen Rockknopf des Gegners, zersprungen wäre. Es geschah also kein sonderlicher Schade, und wir wurden, durch Vermittelung eines der ansehnlichsten Rathsherren in Hamburg, wie auch der damaligen Opern Pächter (Keiser und Drüsike) bald wieder vertragen; da ich denn desselben Tags, nemlich den 30. December, die Ehre hatte , Händeln bei mir zu bewirthen, wonächst wir Beide, auf den Abend, der Probe von seiner Almira beiwohnten, und bessere Freunde wurden als vorhin…«

Quelle: Ernst Otto Lindner, »Die erste stehende Deutsche Oper«, Berlin 1855

ARIEN UND INSTRUMENTAL-
STÜCKE AUS DEN OPERN:

Johann Mattheson

CLEOPATRA

Johann Mattheson

Junger Georg Friedrich Händel

ALMIRA

Georg Friedrich Händel

Reinhard Keiser Der Lächerliche Prinz Jodelet

ORPHEUS
DER LÄCHERLICHE PRINZ JODELET

Reinhard Keiser

Giuseppe Maria Orlandini

NERONE

Giuseppe Maria Orlandini

Georg Philipp Teleman

DER GEDULDIGE SOKRATES

Georg Philipp Telemann

A K T E U R E

Edzard Burchards © Thomas Kost

EDZARD BURCHARDS

KÜNSTLERISCHE LEITUNG

ELISABETH BREUER

SOPRAN

Elisabeth Breuer © Pia Clodi
Colin Balzer © Catherina Hess

COLIN BALZER

TENOR

ENSEMBLE SCHIROKKO HAMBURG

ORCHESTER AUF HISTORISCHEN INSTRUMENTEN

Ensemble Schirokko Hamburg
Sören Wendt

SÖREN WENDT

FILMDESIGN UND MEDIENPÄDAGOGIK

SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER DER GORCH-FOCK-SCHULE

MIT KLASSENLEHRERIN
ILKA PFEIFFER

Schülerinnen und Schüler der Gorch-Fock-Schule Hamburg

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